Donnerstag, 17. Juni 2010

Ein Hundertwasser als Hochzeitsgeschenk

Meist sind es Freunde, Brüder oder Schwestern des Brautpaares, die sich für deren Hochzeit etwas einfallen lassen: Das können Spiele sein, vorgetragene Hochzeitsgedichte, Sketche oder sonst was lustiges – Hauptsache es kommt Stimmung auf.
Ich habe jetzt so ein Hochzeitsspiel kennen gelernt, das ist nicht im fünf Minuten und einem Lacher erledigt. Nein, es zieht sich über mehrere Stunden hin, alle beteiligen sich
, alle haben was zu tun und das Beste: Am Ende bekommt das Brautpaar sogar ein Hochzeitsgeschenk.

So geht’s: Ich habe es kennen gelernt mit einem gedruckten Hundertwasser-Bild als Poster in DinA3. Wegen der Anzahl der Hochzeitsgäste bot es sich an, das Poster in 64 Rechtecke (8 x 8 Reihen) aufzuteilen. Dazu wurden senkrechte und waagrechte Linien auf die Rückseite des Posters gezeichnet. Die Rechtecke wurden der Reihe nach von 1 bis 64 nummeriert und mit der Schere ausgeschnitten. Die von der Größe her gleichen Rechtecke wurden dann in ebenfalls 8 x 8 Linien-Reihen auf einen weißen DinA3-Bogen übertragen und auch auf die gleiche Art und Weise von 1 bis 64 durchnummeriert. Außerdem legten die Initiatoren zwei Päckchen mit Wachsmalkreiden neben das weiße Blatt Papier.
Jetzt durfte jeder Hochzeitsgast aus einem Körbchen eines der nummerierten Hundertwasser-Rechtecke ziehen. Genau dieser Bildausschnitt muss dann auf das identische Nummerfeld des weißen Bogens gemalt werden. Im Laufe der Hochzeit entsteht dann mit jedem gemalten Bildausschnitt nach und nach das Hundertwasser-Gemälde.
Damit die einzelnen „Künstler“ auch sehen, was am Ende entstehen soll, ist es ratsam, ein zweites Poster im Ganzen als Malhilfe zur Seite zu legen.
Waren dann alle 64 Felder ausgemalt, mussten lediglich die Übergänge noch etwas nachgearbeitet werden. Das neu entstandene Kunstwerk wurde dann in einen großen Bilderrahmen mit schwarzem Hintergrund hinter Glas gelegt. Nach den letzten Handgriffen wurde es der Hochzeitsgesellschaft gezeigt: Es kam ein „Wau“ aus allen Ecken und mit großem Beifall konnte das Gemälde als Geschenk an das Brautpaar übergeben werden.